Social Media, Selbstoptimierung und meine Sportpause

Möglicherweise wisst ihr ja bereits, dass ich zur Zeit keinen Sport machen darf. Das liegt daran, dass ich am Auge operiert wurde. Ich hatte zwei Löcher in der Netzhaut und die habe ich lasern lassen. Die Löcher als solche sind nicht schlimm, schlimm können jedoch die Folgen sein, die sich daraus ergeben. Werden diese Löcher zu groß, kann es passieren, dass sich die Netzhaut vollständig ablöst und im schlimmsten Fall verliert man infolgedessen sein Augenlicht. Das Risiko wollte ich definitiv nicht eingehen. Ich will kurz auf etwas hinweisen. Wenn ihr kurzsichtig seid, lasst euch regelmäßig auf solche Löcher hin kontrollieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass diese in der Netzhaut auftreten, vor allem wenn eure Dioptrien stetig fallen. Trotzdem ist es nicht die Regel, dass der Augenarzt diese Untersuchung durchführt ohne dass eine Indikation besteht. Also fragt bei der nächsten Kontrolle einfach nach. Hierbei wird die Pupille mittels Tropfen erweitert, erst so sind die Löcher überhaupt sichtbar.
Mein Auge muss auf jeden Fall verheilen und ich darf keinen Sport machen. Natürlich ist das nicht schlimm und natürlich steht die Gesundheit über allem. Trotzdem fehlt es mir und das merke ich an verschiedenen Stellen. Jetzt wird mir erst wirklich bewusst, welchen Gewinn mir der Sport bringt. Zum einen habe ich doppelt so viel Energie, wenn ich regelmäßig Kraftsport mache, zum anderen merke ich wie es mir mental besser geht. Ich bin ein Mensch, der sich viel zu viele unnötige Gedanken macht und meine täglichen Trainingseinheiten haben mir geholfen, das in den Griff zu bekommen. Nicht einmal bewusst, jetzt wo ich Abstand dazu habe, sehe ich das erst wirklich. Und ehrlich gesagt: mir persönlich geht es viel besser, wenn ich positiv bin. Positiv heißt für mich nicht, dass man sich ständig zwingt, bloß keine Sekunde lang zu zweifeln, sondern dass man den Tag trotz Zweifel und trotz kleinen oder manchmal auch größeren Schwierigkeiten genießen kann und sagen kann, man ist glücklich. Ich bin mir über die Selbstoptimierungsdebatte, die vor allem gegen den „Trend“ Fitness geführt wird, sehr bewusst. Aber ich muss sagen, sie bringt mich nicht weiter. Ich habe schon so oft darüber nachgedacht und darüber diskutiert. Ich verstehe die Ansicht auch, dass man sagt, wenn man sich auf Social Media Kanälen aufhält, wird einem ständig suggeriert, dass man weniger wert ist, wenn man sich nicht „clean“ ernährt oder wenn man nicht versucht permanent positiv zu sein oder wenn man keinen Sport macht. Das ist nun mal das Bild, das man leicht bekommen kann, wenn man sich die falschen Dinge anschaut und zum anderen wenn man sich nicht weiter damit beschäftigt. Wie ich wahrscheinlich schon oft gesagt habe ist eine vollkommen „cleane“ Ernährung weder notwendig um Muskeln aufzubauen noch um gesund zu sein. Die Annahme, dass man keine Pizza und keine Schokolade mehr essen darf ist schlichtweg falsch. Außerdem: versucht mal das Wort „clean“ im Bezug auf Ernährung zu definieren. Welche Lebensmittel sind clean? An welchen Kriterien mache ich das überhaupt fest? Niemand sagt, dass man seinen Verstand verlieren soll und aufhören soll Dinge zu hinterfragen, nur weil zu einer positive Einstellung aufgefordert wird. Nicht jeder will positiv sein, was auch absolut in Ordnung ist, aber um ehrlich zu sein, bin ich noch nie einem Menschen begegnet, auch unter den Selbstoptimierungskritikern nicht, der gesagt hat: Ich will nicht glücklich sein. Und überhaupt was ist positiv? Was ist eine positive Einstellung? Das selbe wie optimistisch? Und ist positiv nicht dasselbe wie glücklich? Das ganze Thema und die ganze Debatte ist extrem schwierig und lässt sich auch nicht beantworten. Ich für meinen Teil, kann euch sagen, was das für mich bedeutet und wie ich damit umgehe, vor allem im Hinblick auf Social Media. Erst einmal schaue ich mir nur YouTuber, Instagramer, Blogger und andere im Social Media Bereich aktive Menschen an, die ICH mir aussuche, die MIR einen Mehrwert bieten. Ja man begegnet trotzdem Leuten, die man sich nicht ausgesucht hat, aber einfach aus dem Grund, das ich weiß was ich möchte, ist es mir egal. Ich muss auch dazu sagen, ich fühle mich einfach nicht mies, wenn ich jemanden sehe, der ein vermeintlich besseres Leben hat als ich, der besser aussieht als ich, der weiter im Sport ist als ich, der irgendetwas besser kann. Ich bin einfach zufrieden mit mir und dem wo ich stehe. Auch das hat viele Jahre gedauert und ganz sicher bin ich nicht frei von Selbstzweifeln, aber es ist einfach eine andere Art und Weise mit der ich das jetzt betreibe. Außerdem kommt hinzu, dass man noch nie so ein großes Angebot und so viele Freiheiten, sich mediale Inhalte auszusuchen, hatte. Und ebenfalls ja, das ist auch die große Gefahr von Social Media und mit dem Überangebot muss man lernen umzugehen. Definitiv sollte man Kinder über Sachverhalte wie Produktplatzierungen oder dass die Personen, die man sieht, nicht immer alles zeigen, wie es ist, aufklären. Aber das ist ein anderes Thema. Nein, eigentlich gehört das auch zum Thema, aber irgendwann muss dieser Text auch enden. So, was bedeutet glücklich sein für mich? Für mich persönlich ist ein wichtiger Teil davon, dass ich jetzt in diesem Moment das Gefühl habe, dass Ort und Zeit passen. Dass ich mit dem was ich habe zufrieden bin. Bin ich es nicht, übernehme ich die Verantwortung dafür und schaue was ich ändern kann. Außerdem brauche ich ein Ziel, ein Projekt auf das ich hinarbeite. Dabei ist das Ziel gar nicht so wichtig. Ein Ziel brauche ich, um einen Weg einzuschlagen auf dem ich glücklich bin. Wenn ich am Ende wo anders ankomme als zuerst angedacht, spielt das auch keine Rolle, weil ich den Weg gegangen bin, der mir das Gefühl gegeben hat zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass das alles mit einer positiven Einstellung viel besser geht. Nicht unbedingt einfacher, weil auch das eine Trainingssache ist, aber besser. Und deswegen suche ich mir das aus. Dass ich Positivität in meinem Leben haben will.
Ich könnte noch viel mehr über das Glücklichsein schreiben und natürlich die Menschen, die dazugehören, was der zweite riesige Faktor dabei ist, aber ursprünglich wollte ich einen Text darüber verfassen, wie ich meine Sportpause handhabe und überhaupt bin ich in meiner Dreiteilung Ernährung/Positivität/Sport gar nicht auf den Sport eingegangen. Ein klassischer Fall von Zielen, die Wege eröffnen auf denen man glücklich ist.

Es müssen nicht immer 100% sein

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Menschen, gar nicht erst mit einer Sache anfangen oder Dinge gar nicht erst versuchen, weil sie das Gefühl haben, dass sie sich sofort zu 100% verpflichten müssen. Jeden Tag Training? Ne das schaffe ich eh nicht, dann lass ich es von vornherein. Komplett vegan? Will ich nicht, also ist es mir auch weiterhin egal, was ich esse.

Viele Leute sehen nur schwarz oder weiß, sobald etwas nicht sofort funktioniert und keine drastische Veränderung auftritt, fühlt man sich wie ein Versager.

Aber so ist es überhaupt nicht. Ich habe den allergrößten Respekt vor Leuten, die ohne wenn und aber hinter einer Sache stehen.

Trotzdem helfen auch kleine Schritte. Einem selbst und auch der Umwelt. Nehmen wir das Beispiel Sport und Bewegung.

Anstatt sich einen 6-Tage-Trainingsplan zu erstellen, fang so klein an, wie es für dich locker machbar erscheint. 4 mal die Woche Sport? Hört sich das immer noch zu viel an, dann mach doch jeden Tag 10 Minuten, oder ein mal die Woche eine Stunde.

Ich kann versprechen, dass es sich bei den allermeisten dahin gehend entwickelt, dass allein die Tatsache, dass man sich aufrafft und seinem Körper 10 Minuten etwas gutes tut, dazu führt, dass aus den 10 Minuten, vollkommen automatisch 15 werden.

Ein weiterer Effekt, der sich mit Sicherheit einschleichen wird, ist, dass man einfach stolz auf sich ist, dass man es ein mal gemacht und diese eine einzige Mal wird dazu führen, dass man es am nächsten Tag wieder macht. Klingt immer noch nicht überzeugend? Dann probiert es aus. Ein mal 10 Minuten. Mehr nicht. Sucht euch etwas aus, das euch Spaß macht. Vielleicht ein mal um den Block laufen, zu eurem Lieblingslied tanzen, Körpergewichtsübungen, Schattenboxen, ganz egal. Und ich kann empfehlen sich nicht festzulegen. Denkt nicht, dass ihr nicht der Typ für etwas seid. 22 Jahre meines Lebens war ich absolut überzeugt davon, dass ich definitiv nicht der Typ fürs Gewichteheben bin. Jetzt gibt es für mich kaum etwas Schöneres.  Bei mir persönlich hat es so angefangen:

Wie bereits erwähnt, habe ich im Zimmer meiner Brüder, mit ihren Gewichten, angefangen. Ich musste also nur die Treppe hoch. Und das ist auch ein Punkt. Macht es euch so einfach und bequem wie möglich. Legt euch eure Sportklamotten schon am Abend vorher raus. Macht ihr etwas mit Equipment zu Hause, legt es euch ebenfalls vorher raus. Stellt euch eure Flasche hin. Das alles wieder wegzuräumen oder dran vorbeizugehen, wird viel mehr Anstrengung kosten als die 10 Minuten Bewegung zu investieren und zu wissen, dass man sich nachher nur besser fühlen kann.

Ich hab mit einem Ganzkörperplan, erstellt von meinen Brüdern natürlich, 2 bis 3 mal die Woche à eine halbe bis ganze Stunde angefangen. Ich konnte es in meinen Tagesablauf einbauen, wann ich wollte. Habt ihr keine Brüder, die euch an die Hand nehmen, dann Leute, schaut auf YouTube vorbei. Dort findet ihr mittlerweile ALLES. Von 30-Day Yoga-Challenges, über Tanzworkouts bis hin zu Homeworkouts mit Körpergewicht oder mit Alltagsgegenständen.

Auf jeden Fall habe ich mich nach meinem ersten Training gefühlt wie Hulk. Es war etwas so anderes als das was ich sonst gemacht habe und ich bekam sofort Lust auf mehr. 2 Mal die Woche wurde mir schnell zu wenig, also stieg ich auf einen Oberkörper-/Unterkörperplan um, bei dem ich 2 Tage trainiert und einen regeneriert habe. Das alles passierte im Mai 2016 und als ich dann im Oktober’16 wieder nach Berlin zog, habe ich mich sofort im Fitnessstudio angemeldet und aus anfangs 2 mal die Woche wurde 6 mal die Woche. Aber nicht, weil ich unbedingt diszipliniert dran bleiben wollte oder weil ich mir etwas beweisen wollte. Sondern einfach weil ich eine so krasse Freude daran hatte und habe.

Ein anderer Tipp, den ich geben kann, ist es sich jeden Tag kurz Zeit zu nehmen, um seinen Kopf frei zu machen und im Moment anzukommen.

Mit kurz meine ich anderthalb Minuten. Es ist absolut nicht notwendig sofort eine Stunde lang zu meditieren. Natürlich ist es absolut genial, wenn man das schafft, aber ich persönlich bin beispielsweise noch nicht so weit. Und anderthalb Minuten, könnt ihr euch jeden Tag nehmen. Ich wüsste wirklich kein Argument, dass rechtfertigen kann, keine anderthalb Minuten zu haben. Oder?

Setzt euch kurz aufrecht hin, schaut euch um, stellt euch die Frage, wo ihr gerade seid, wie ihr euch fühlt, macht die Augen zu und fangt an eure Atemzüge zu zählen. Alles ohne zu bewerten. Weder euren Atem, noch euren Gefühlszustand. Einfach nur wahrnehmen. (Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass selbst so kurze Meditationszustände, neuronale Strukturen verändern. Sollten euch solche Studien interessieren, lasst es mich wissen und ich suche euch welche raus und sage etwas dazu)

Meiner subjektiven Meinung nach, steht emotionales Empfinden in einer ständigen Wechselwirkung mit dem körperlichen Empfinden, noch viel stärker als wir annehmen. Und ich glaube, dass es vielen Menschen emotional besser gehen würde, wenn sie ihren Körper mit mehr Respekt behandeln würden. Sich mehr bewegen und über ihre Ernährung nachdenken würden. Und auch hier meine ich nicht, dass es für jeden Menschen das Beste ist, ein Superfitnessleben mit einer komplett durchdachten Ernährung zu führen. Kein bisschen. Auch hier will ich behaupten, dass es ganz kleine Veränderungen sind, die schon einen riesigen Effekt haben können. Es geht auch nicht im Geringsten darum auf Dinge irgendwelcher Art zu verzichten, sondern einfach mal in eine andere Richtung zu schauen.

Weder will ich für noch gegen eine Ernährungsweise plädieren. Doch es gibt Fakten, die sich nicht bestreiten lassen. Beispielsweise, dass unser Körper eine bestimmte Menge an Fett und Proteinen dringend benötigt oder dass man im Kaloriendefizit abnimmt und im Kalorienüberschuss zunimmt. Jede Art von „Diät“ basiert erst einmal auf diesem Prinzip. Diese Erkenntnis alleine, kann bereits vielen Menschen helfen, die nur Misserfolge mit irgendwelchen Zeitschriftendiäten hatten. Ein Gefühl für Kaloriendichte kann auch schon großes bewirken. Eine populäre Art von Instagrampost ist es zur Zeit, zu zeigen wie es sich mit den Kalorien von 100 gr Nüssen zu 100 gr Brokkoli verhält. Oder auch von 10 gr Nüssen auf einem Löffel, die genau so viel aussehen wie 30 gr Nüsse, dann aber statt 58 Kalorien 175 Kalorien haben. Ach da gibt es tausende von Beiträgen. Jedenfalls schadet es nicht, wenn man ab- oder zunehmen möchte, mal zu schauen, wie es sich mit der Kaloriendichte, der Lebensmittel verhält, die man täglich zu sich nimmt. Ehrlich gesagt, ist dies, wenn man ein Ziel (Abnehmen, Zunehmen, Muskeln aufbauen) verfolgt, essentiell.

Ich persönlich, und das ist noch nicht lange so, ernähre mich hauptsächlich pflanzlich. Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, hätte ich ihn wahrscheinlich einfach nur ausgelacht. Vielleicht hätte ich sogar noch gesagt, dass ich dann tausend Mängel hätte, nicht auf meine Proteine kommen würde und keine Ökotante bin.

Was ist passiert? Ich habe angefangen, Rezepte auszuprobieren, die ohne tierische Produkte auskommen, weil sie zufällig auf einem Blog waren, der mir gefiel. Das nächste was passierte, war ganz simpel, dass es mir extrem geschmeckt hat. Es ist nicht so, dass ich es mir vorher nicht bewusst war, dass es Dinge wie Massentierhaltung gibt, aber plötzlich habe ich genauer darüber nachgedacht. Und über meine Argumente, warum ich dieses Fleisch kaufe und esse. Weil es zu teuer ist, Fleisch zu kaufen, dass aus „besseren Bedingungen“ stammt. Weil es zu anstrengend ist, seinen Proteinbedarf über pflanzliche Quellen zu decken. Weil mir Mikronährstoffe fehlen, wenn ich es nicht tue. Und einfach, weil ich noch nie wirklich bewusst darüber nachgedacht habe. Wie ich schon mal erwähnt habe, stehen oft Welten zwischen Dingen die man weiß und Dingen, über die man sich bewusst ist. Ja, es ist teuer sich „gutes“ Fleisch zu kaufen. Und ich meine hier definitiv kein Fleisch, dass das Biosiegel trägt. Die Normen, die man erfüllen muss, um dieses Siegel zu bekommen, sind ein Witz. Hier handelt es sich immer noch um Massentierhaltung und gut geht es den Tieren ganz sicher immer noch nicht. Das erste, was ich gemacht habe, war es festzulegen, dass ich einen Tag in der Woche habe, an dem ich nur pflanzliche Lebensmittel konsumiere. Leute, wisst ihr wie viel ein Tag schon ausmacht? Hier ist ein kleines Beispiel, was ein Tag bewirkt:

Ihr spart 1.100 Gallonen Wasser, 18 kg Getreide, 3 qm² Regenwald und ein Tierleben. (Wenn ihr noch mehr mit solchen Zahlen rumspielen wollt, hier ist ein Link: http://thevegancalculator.com/#calculator )

Es ist ein einziger Tag. Jedes Mal, wenn ihr euch gegen ein tierisches Lebensmittel entscheidet, hat es bereits große Auswirkungen. Jedes einzelne Mal. Und dafür muss man weder zum Veganer werden, noch zum Vegetarier. Wozu hat dieser einer Tag in der Woche bei mir geführt? Dass ich neue Rezepte ausprobiert habe und festgestellt habe, wie lecker pflanzliche Küche ist. Und wie proteinreich sie sein kann. Also ist Proteine reinbekommen, auch kein Problem mehr. Was ist mit den Mikronährstoffen? Da ich sowieso einige Mikronährstoffe supplementiere, habe ich geschaut, was eventuell fehlen könnte und es ergänzt. Wie sieht meine Ernährung denn jetzt aus?

Ich esse, wie gesagt, hauptsächlich pflanzlich. Viel öfter mittlerweile als ein mal die Woche. Trotzdem esse ich auch mal Magerquark oder trinke Milch. Und trotzdem esse ich auch mal Fleisch. Ich selbst kaufe es aber nicht mehr im Supermarkt, sondern bei Kumpel&Keule, in der Markthalle 9, in Kreuzberg. Bis jetzt, sind sie für mich, die überzeugendste Quelle für „gutes“ Fleisch. Vielleicht hilft es auch mal, in Relation zu setzen, wie viel Geld man für Supplements, wie Proteinpulver etc ausgibt, um über die Geldfrage nachzudenken. Trotzdem ist es ganz klar, dass sich dieses Fleisch nicht jeder Mensch leisten kann. Und ich will auch nicht sagen, hört auf Fleisch zu essen. Das einzige, was ich will, ist es zu zeigen, wie viel kleine Änderungen bewirken können. Sich einfach nur bewusst darüber werden, dass es sich um ein Lebewesen handelt und nicht um ein „Produkt“.

Und ich habe auch kein Problem damit, dass jetzt weder die überzeugten Meatlover, noch die 100 % Veganer zufrieden sind.

Kleine Änderungen sind besser als keine und kleine Schritte führen nach vorne, wohingegen keine Schritte zu Zerstörung führen können. An eurer Gesundheit und an unserem Lebensraum.

Warum mache ich Fitness?

Warum mache ich Fitness?

Eine Frage, die viele Antworten hat. Die einfachste davon ist: Es macht mir Spaß. Wenn ich im Gym bin, fühle ich mich wohl und muss an nichts anderes mehr denken.
Ich bin komplett fokussiert, mein Kopf wird frei und ich genieße die Endorphinausschüttung.

Angefangen habe ich im Mai 2016 bei meinen Brüdern im Zimmer mit der Langhantel und den beiden Kurzhanteln. Es war eine Zeit des Umbruchs und ich habe etwas gebraucht, was ich noch nie gemacht habe und für mich völlig neu ist. Und was ich nur für mich mache. Alleine.
Zu dieser Zeit hätte ich nie gedacht, welche Transferleistungen dieser Sport in meinem Leben bringt und welche Katharsis ich immer wieder aufs Neue erfahre. Klingt hochgestochen, so fühlt es sich auch an.
Zum einen ist da diese Routine. Ich war schon immer ein disziplinierter Mensch, aber die Routine, die der Sport auf vielen Ebenen mit sich bringt, überträgt sich auf alles andere. Ich gehe 6 mal die Woche trainieren. Wenn man 6 mal die Woche zum Sport geht, wird man oft gefragt wo man die Motivation her nimmt. Und genau das ist der Punkt, es ist keine nötig. Wenn man 6 mal die Woche geht, dann ist es eine Routine, es wird zur Gewohnheit. Und geht wie von alleine. Wie sagt man? Es dauert 21 Tage bis aus etwas Neuem eine Gewohnheit wird. Diese magische Zahl variiert je nach Artikel, den man ließt, aber Fakt ist: Wenn man anfängt und dran bleibt, wird es passieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es 3, 21 oder 100 Tage dauert.

Die Routine findet sich auch im Training wieder. Ich habe einen Trainingsplan, an den ich mich halte. Und hier kommt eine weitere Komponente weswegen ich den Sport liebe dazu: Er ist logisch und kausal. Wenn ich mit dem richtigen Gewicht 8 bis 12 Wiederholungen à 4 Sätze mache, mich mit meiner Ernährung im Kalorienüberschuss befinde, wächst der Muskel. Genau so ist es mit der Ernährung. Befinde ich mich im Kaloriendefizit, nehme ich ab. Befinde ich mich im Überschuss, nehme ich zu. Ist meine Kalorienzufuhr gleich meinem Verbrauch, halte ich das Gewicht. Was bedeutet diese Logik für mich? Vieles. Zum einen bedeutet es, dass man Fortschritte erzielt und sieht, wenn man sich nach diesen Prinzipien richtet. Und hier kommen Transferleistungen ins Spiel. Die Routine, die ich durch den Sport lebe, überträgt sich auf alles andere. Fange ich etwas an, mache ich es zu Ende. Die Logik überträgt sich ebenfalls. Wenn ich etwas erreichen will, bin ich viel eher dazu bereit, viel reinzustecken, denn ich bin überzeugt davon, dass dies zu Fortschritten führen wird. Und so hat sich das ganze Mindset verändert. Ich war nie faul, ziellos oder ähnliches, aber zu erleben, wie sich diese Dinge auf andere Lebensbereiche übertragen, ist etwas ganz anderes als es zu hören oder auch darüber zu schreiben.

Was mir besonders wichtig ist: Ich spreche hier von mir. Ich sage nicht, dass jeder genau so empfindet wie ich. Es gibt viele andere Wege dieselben Effekte zu erreichen, sei es durch andere Sportarten, durch Instrumente oder durch andere künstlerische Tätigkeiten. Und ich sage auch nicht, dass jeder so leben sollte wie ich, um Gottes Willen. Aber: Jeder kann. Wenn ich es schaffe, jeden Tag ins Gym zu gehen, dann schaffst du das auch. Wenn ich es schaffe abzunehmen, dann schaffst du das auch. Und wenn ich es schaffe Muskeln aufzubauen. Dann verdammt noch mal, schaffst du das auch.

Noch eine Sache, die ich klarstellen will. Ich halte nichts von Körperidealen. Und noch weniger halte ich von jeglicher Art von Bodyshaming. Nie in meinem Leben werde ich behaupten, dass eine Figur besser als eine andere ist. Viele denken sich jetzt: „Die rennt jeden Tag ins Fitnessstudio und will mir erzählen, dass sie nichts von Körperidealen hält?“ Ja ganz genau so ist es. Ich darf mit meinem Körper machen was ich will und ich darf eine Meinung vertreten, weil ich es will. So wie jeder Mensch auf diesem Planeten. Jeder Mensch soll sich wohlfühlen, ganz egal was das bedeutet, solange niemand anderem dadurch Schaden zugefügt wird. Und ich fühle mich wohl, wenn ich schwere Gewichte bewege.