Der vegetarische Metzger und Ich

Als ich das Schild Der vegetarische Metzger“ zum ersten Mal gelesen habe, passierten zwei Dinge mit mir. Erst fragte ich mich „Was soll das sein? Noch so ein cooles veganes Kreuzberger Hipster Ding?“ und dazu muss ich sagen, zu der Zeit war ich noch davon entfernt Fleisch auch mal durch Alternativen zu ersetzen und war vor allem dem Wort vegan ziemlich abgeneigt.

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Spooning Cookie Dough Bar – Die große Eröffnung

Es fühlt sich an als wäre eine Lücke gefüllt worden. Und zwar mit Keksteig.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass es jetzt für meine Obsession, von der ich dachte, dass ich mit ihr alleine bin, tatsächlich einen eigenen Ort gibt: Die Spooning Cookie Dough Bar. Weiterlesen „Spooning Cookie Dough Bar – Die große Eröffnung“

Meine Tage in Manchester

Meine beste Freundin Lena hatte letzten Freitag ihre Graduation Feier. Sie hat drei Jahre an der Manchester Metropolitan University Psychologie und Schauspiel studiert und mit einer „First“ abgeschlossen. Als ich dachte stolzer kann ich nicht sein, erzählt sie mir plötzlich, dass sie an der Mountview Academy of Theatre Arts aufgenommen wurde und dort ihren Master in London machen wird. Das ist so ungefähr das Oxford des Schauspiels. Der absolute Wahnsinn was meine Lena so drauf hat!

Als ich in England ankam musste ich erstmal kurz mit dem Kulturschock klarkommen. Das geht so rum immer recht schnell, denn die Engländer sind so unglaublich nett, zuvorkommend und höflich. Ich war bis jetzt insgesamt drei Mal in England und muss sagen, das ist kein Klischee, das ist die Realität. Man wird permanent angelächelt, sieht man sich fragend um, dauert es keine zwei Minuten bis jemand fragt, ob er dir helfen kann. Personen im öffentlichen Dienst fragen wie es dir geht und ständig entschuldigen sich Leute dafür, dass sie dich fast angerempelt haben. Das ging so weit, dass sich jemand entschuldigt hat, als er mir im Supermarkt entgegen kam, was mich kurz sehr stark verwirrte.

Aber ganz ehrlich? Daran gewöhnte ich mich sehr schnell und meiner Meinung nach steigert dieser freundlicher Umgang die Lebensqualität enorm.

Lena wohnt bzw wohnte (sie zieht gerade nach London) in Crewe. Crewe ist ein kleiner Ort in Cheshire 45 km von Manchester entfernt.

Am ersten Tag gingen wir zu Whetherspoon, einem absoluten Muss für mich, wenn ich in England bin. Whetherspoon ist eine Pub-Kette, die ihre Lokale oft in historischen Gebäuden platziert, was jedem Pub einen ganz eigenen Charme verleiht.

Das Essen ist dort sehr günstig und die Portionen üppig. Ich hatte den Tennessee Burger mit Pommes und Onionrings.

Was sehr sehr praktisch ist, ist dass die Kalorien immer dabei stehen und man das Meal sehr gut tracken kann. Super lecker, vor allem weil ich ein großer Fan von Whiskey-Soßen bin und der Burger mit Jack Daniel’s Tennessee Honey zubereitet wird. Yum.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Manchester, wo wir uns auf die Suche nach Kaffee begaben. Den gab es dann im Costa Coffee, einer in London gegründeten Kaffeehaus-Kette.

Der American ist top und Lena und ich teilten uns ein Shortbread mit Karamell oben drauf. Wenn ich gerade daran denke wünschte ich, ich könnte ihn jetzt in diesem Moment wieder essen…

Den Tag verbrachten wir damit durch die Straßen Manchesters zu laufen und einfach die Atmosphäre der Stadt einzufangen.

Abends ging es dann zu V-Rev Vegan Diner. Einem veganen Burgerladen im Northern Quarter, was als das Kreuzberg Manchesters gilt.

Das Personal im Diner war sehr freundlich und das Ambiente war ebenfalls toll. Was das ganze für uns zu einem Erlebnis gemach hat, war die Musik. Es liefen ununterbrochen Lieblingslieder aus unseren Teenagerzeiten, die viele Erinnerungen hervorriefen, was an einem Tag mit meiner besten Freundin einfach genial war.

Die Burger waren absolute spitze. Ich hatte den „BBQ Without U“. Die Patties werden aus Seitan hergestellt, auf Wunsch gibt es auch eine glutenfreie Variante. Ich persönlich mache sehr viel mit Seitan-Basis, hatte aber noch nicht die Motivation es herzhaft zuzubereiten. Seit dem Besuch bei V-Rev hat sich das geändert. Das Patty hat so gut geschmeckt und die Konsistenz war einfach perfekt!

Lena hatte den „Jerry Zinger“. Auch mega lecker! Ich kann jedem empfehlen den Laden mal auszuprobieren,  wenn man in Manchester ist!

Die Graduation-Feier am nächsten Tag war wirklich wunderschön. Kann man nicht im Geringsten mit dem Bachelorabschluss in Deutschland vergleichen. Es war total emotional und jeder Student wurde gebührend beglückwünscht . Ich persönlich weiß nicht mal mehr ob ich mein Bachelor-Zeugnis abgeholt oder zugeschickt bekommen habe.

Abends waren wir im Jamie’s Italian, was für mich als Jamie Oliver Fan fast schon aufregend war.

Probiert habe ich die Oxtail Lasagne. Und Leute: Überragend. Einfach auf den Punkt. Als Beilage gab es die Crispy Polenta Chips. Traumhaft. Und das obwohl ich eigentlich kein Polenta-Fan bin. So crispy und crunchy, yummy!

Die Location ist wunderschön und das Gebäude wird auch „King of King Street“ genannt. Früher mal hat es als Bank fungiert und das sieht man auch heute noch.

Wenn ich Lena dann in London besuche, werde ich dort den Jamie’s Italian auf jeden Fall auch ausprobieren.

Am letzen Tag waren bei Nando’s, einer südafrikanischen Schnellrestaurantkette, bei der es extrem leckeres Hähnchen gibt. Den Schärfegrad kann man sich aussuchen und fast spektakulärer als das Hähnchen sind die Saucen. Ich werde auf jeden Fall noch recherchieren, wo ich die Saucen in Deutschland herbekommen kann.

In den fünf Tagen war ich ein mal trainieren, mehr habe ich zeitlich nicht hinbekommen. Da es in Crewe nicht viele Gyms gibt und noch weniger, die ein Gratis-Probetraining anbieten, bin ich dann auch gute 50 Minuten gegangen. Mit den Öffis hätte es 45 gedauert und ein Fahrrad stand mir leider auch nicht zur Verfügung. Jap 50 Minuten, jeweils Hin und Zurück. War im Anbetracht der wahrscheinlich doch etwas mehr Kalorien als normal aber auch ganz gut so. Bei meinem nächsten Trip werde ich das alles trotzdem besser durchplanen und anders handhaben.

Als ich meine Rückreise antrat und irgendwann vor dem Flugzeug stand, musste ich schon wieder an die deutsche Mentalität gewöhnt werden, bevor ich überhaupt im Land war. Wir standen also alle vor der Tür die zum Flugplatz führt und das Mädchen vor mir sagt: „Ich finde es total bescheuert, dass man mit dem Bus zum Flugzeug gefahren wird. Ich verstehe nicht, was das soll, die können doch auch einen Weg absperren und wir gehen einfach. Ist nur meine Meinung, aber ich finde das echt scheiße.“ Und Leute ratet was passierte. Wir SIND zum Flugzeug gegangen. Es nicht ein mal eingetreten, dass wir mit dem Bus abgeholt wurden… Ich persönlich verstehe diese Nörgel-Mentalität nicht. Soll wohl auch ein Gefühl von Gruppenzugehörigkeit schaffen. Naja, ich kann dem nichts abgewinnen und habe mir zur Aufgabe gemacht, Höflichkeit und ein nettes Miteinander überall dort zu verbreiten wo es nur geht.

Hier übrigens meine Alltime Favourites: Scones und Crumpets <3

Links:

https://www.jdwetherspoon.com
http://www.costa.co.uk
http://vrevmcr.co.uk
https://www.jamieoliver.com/italian/restaurants/manchester/

 

All you need is PHO!

Lange mussten wir nicht fahren. Zentral gelegen am Oranienburger Tor ist die PHO-Noodlebar für Berliner als auch für Touristen super zu erreichen. Direkt um die Ecke sieht man bereits den leuchtenden Schriftzug PHO.

„Pho“ ist der Name der traditionellen vietnamesischen Suppe mit Reisbandnudeln. Die beiden Restaurantbetreiber Lani und ihr Mann Khanh sind zwar in Deutschland aufgewachsen, aber in Hanoi geboren, weshalb das Pho auf hanoitypische Weise zubereitet wird. Die Brühe ist klarer als die der Saigon-Variante und das eigene Rezept der PHO-Noodlebar zeichnet sich durch eine sehr starke Intensität aus . Sie zieht länger als 9 Stunden. Als Beilage bekommt man ein Schälchen mit frischen Sojasprossen, Limette und Chilis.

Als wir in die PHO-Noodlebar traten wurden wir sofort sehr herzlich begrüßt. Die gesamte Atmosphäre ist so einladend, man fühlt sich nach Sekunden unglaublich wohl.

Das Restaurant schafft es sich über Klischees hinwegzusetzen und ein authentisch-modernes Ambiente zu kreieren. Die Dekoration fällt sofort ins Auge, überall wo man hinsieht findet man kleine Details, die sich zu einem stimmigen Gesamtbild fügen.

 

 

 

Als Lani erzählte, dass die Vintage-Stücke alle von ihrem Cousin, einem leidenschaftlichen Sammler aus Saigon, stammen, wird einem klar warum die PHO-Noodlebar eine so starke Ausstrahlung hat: Nichts wird hier dem Zufall überlassen, alles passiert mit Liebe und Passion.

Das wohl wichtigste und auffälligste ist die offene Nudelbar, die laut Lani genau nach vietnamesischem Vorbild konzipiert wurde. Hier werden die Nudeln frisch und vor den Augen der Besucher zubereitet.

Die Nudelbar gilt es mit der Küche zu koordinieren, wo ebenfalls alles frisch und hausgemacht gekocht wird. Hier ist der Einsatzbereich von Khanh, der schon 17 Jahre Erfahrung in der Gastronomie sammeln konnte, sowohl in Deutschland als auch in Vietnam. Lani hat BWL in Hamburg studiert und bringt das Wissen wunderbar im Restaurant ein. Zudem koordiniert sie den Service und nimmt sich Zeit für jeden Gast. Die beiden ergänzen sich perfekt!

Aber jetzt zum Essen. Und ich kann vorwegnehmen: Es ist traumhaft, einfach pholicious!

Die Tageskarte wechselt täglich und wir hatten das große Glück, dass es „No Rice“ gab als wir bei PHO waren. Lani schwärmte von dem Glasnudel-Gericht und sagte, dass sich alle Mitarbeiter freuen, wenn dieses auf der Karte steht. Und in der Tat: es ist ein Traum. Ich bestellte es mir mit karamellisierten Entenbruststreifen, wahlweise auch mit Garnelen und Tofu möglich.

Niklas hatte das „Cari Tom“: Ein Reisgericht mit Curry, Kokosnussmilch, Mango, Gemüse, Kräutern und Garnelen.

 

Beides war so unglaublich lecker und schaut es euch mal an, kann Essen hübscher aussehen?

Vorweg gab es für uns noch zwei Vorspeisen:

„Sate Ga“, das sind Satespieße aus Hähnchenfleisch mit Satesoße sowie „Banh Gio“: Reisdumplings, gefüllt mit Schweinefleisch. Hierbei handelt es sich um eine traditionelle Speise, die sehr „original vietnamesisch“ schmeckt und laut Lani, nicht jedermanns Sache sei. Da musste ich sofort zuschlagen, ich liebe ungewöhnliche Geschmackserlebnisse und vor allem liebe ich es Neues auszuprobieren. Und ich muss sagen, ich habe sie geliebt. In der Tat nichts woran mein Gaumen gewöhnt ist, aber einzigartig lecker.

Zum Essen tranken wir hausgemachte Limonade. Ich hatte „Ginger Apple“ und Niklas „Lemongrass Iced Tea“. Beide Getränke absolut erfrischend und die Apfelstückchen in meinem Ginger Apple waren so saftig. Ja ich bin auf jeden Fall ein Deko-Esser-Typ. Auf meinem Teller hat noch kein Salatblatt zurück in die Küche gefunden.

Dann kommt mein Lieblingsteil: der Nachtisch. Spaß, eigentlich habe ich keinen Lieblingsgang, weil alles viel zu lecker war. Ebenso diese Dumplings und der Banana Cake. Die Dumplings waren mit roten Bohnen gefüllt und der Banana Cake mit Taro. Taro ist eine Art lila Süßkartoffel. Beides schmeckt überragend und um so mehr haben wir uns gefreut als plötzlich noch eine Portion Dumplings auf unserem Tisch stand.

Das könnte es gewesen sein, aber nein es folgten noch zwei weitere Highlights:

Eine Trinkkokosnuss mit Minze und ein vietnamesischer Kaffee, welcher ein ganzes Erlebnis war. Wer sich meine Instastories anschaut, hat es bereits gesehen. Der Kaffee muss ersteinmal durchlaufen – in Vietnam nimmt man sich Zeit und genießt seinen Kaffee in vollen Zügen – nach dem Durchlaufen mischt man ihn mit der süßen Kondensmilch, die sich am Boden befindet. Und Leute, das ist so dermaßen lecker. Ich bin froh, dass die Pho-Noodlebar nur wenige Minuten von meiner Uni entfernt ist. Ich weiß, wo ich ab jetzt meinen Kaffee trinke und auch mal zu Mittag esse! Zur Kokosnuss brauche ich nichts sagen, einfach nur köstlich.

Also Leute, meine wärmste Empfehlung: Geht zu Pho-Noodlebar. Wenn ihr in Berlin seid, lasst euch das nicht entgehen. Hier stimmt einfach alles. Das Ambiente, die Menschen, das Essen. Ohne Ausnahme.

 

 

 

 

 

http://pho.berlin

https://www.instagram.com/pho.noodlebar/

Yoga direkt am Wasser, mitten in Berlin

Yoga gehört neben dem Kraftsport definitiv zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Das zu vereinen ist nicht einfach, aber ich arbeite dran. Letzten Donnerstag war ich morgens beim Yoga im Badeschiff. Und Leute, nach so einem Tag fühlt ihr euch wie nach einer Woche Urlaub.

Das Badeschiff ist ein Freibad direkt an der Spree auf dem Arena Berlin Gelände. Der Pool ist quasi im Fluss und die Aussicht ist wunderschön.

Und das macht die Yoga-Praxis zu etwas ganz besonderem.

Unterrichtet hat die liebe Manuela Rüegg. Sie leitet die Kurse im Badeschiff seit letzter Saison, 2016.

Wie sie ihren Stil beschreiben würde?

„Ich unterrichte in einem dynamischen Stil, Vinyasa Flow Yoga. In meinen Kursen achte ich immer auf die Teilnehmer, es soll eine positive Energie der Herausforderung entstehen, die Freude spielerisch Neues auszuprobieren und die eigenen Grenzen auszuloten.“

Anfänger können ohne Probleme einsteigen und es werden Alternativpositionen für Fortgeschrittene angeboten. Sie weiß ganz genau welche Kleinigkeiten sie jeweils korrigieren muss, um einen großen Effekt zu erzielen. Ich persönlich hatte einen wundervollen Moment als wir die Krähe (Bakasana) gemacht haben. Das habe ich schon einige Male probiert, aber wirklich abgehoben bin ich dabei noch nie. Und dann sagt sie „Schaut nach vorne, nicht runter“ und was passiert? Ich hebe ab! Sowas ist einfach so ein geniales Gefühl. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mal mit der King-Pigeon Pose (Rajakapotasana).

Meine Füße von oben zu berühren erschien mir absolut unmöglich, ich dachte meine physiologische Konstitution ist einfach noch nicht so weit. Dann habe ich von einem Trick gehört, nämlich den Fuß von der Seite zu nehmen und den Arm nach oben auszudrehen. Und Zack, ich sitze in der Pose, die ich an diesem Zeitpunkt für unmöglich gehalten habe.

Und das ist eines der Dinge, die ich an Yoga liebe. Die Momente, die dir zeigen, dass du falsch lagst. Und viel mehr möglich ist, als du dir vorstellen kannst. Es war ja nicht mal ein Umweg mit dem ich ans Ziel gekommen bin. Es war eine minimale Veränderung, die einen maximalen Erfolg herbeiführte. An dieser Stelle aber kurz der Hinweis, dass ich Umwege liebe. Oft sind es einfach nur andere Pfade, die man einschlägt als erwartet und deswegen ist man irritiert und betitelt sie als Umwege. Obwohl es so genau richtig ist. Ich bin selbst ein sehr kritischer Mensch, aber manchmal sollte man vermeintliche Rationalität beiseite legen und ein bisschen Vertrauen haben.  Klar sind das Dinge, die man schon tausend mal gehört hat, aber oft denkt man, dass man nach gewissen Maßstäben lebt ohne zu überprüfen, ob man es wirklich tut. Ich kann immer nur für Praxis plädieren, egal in welcher Hinsicht.

Dass einem Dinge klar werden ist eine Sache, dass man sich Dinge wiederholt bewusst macht eine ganz andere.

Die Yoga-Praxis im Badeschiff hat mir dies erneut gezeigt. Hinzu kommt die Umgebung, die auf jeden Teilnehmer einwirkt. Ich habe Manuela gefragt was sie dazu sagt. „Am Badeschiff finde ich es eine wundervolle Situation in Verbundenheit mit der Natur, dem Wind, des Wassers, der frischen Luft und der Sonne Yoga zu praktizieren. Das Yoga findet aber nicht in Abgeschiedenheit statt, sodass wir den Bezug zur Realität nicht aus den Augen verlieren.“

Sehr schön gesagt und genau so habe ich es auch empfunden.

Und nach der Praxis in den Pool zu springen ist einfach so befreiend.  Und danach den ganzen Tag in der Sonne zu liegen ein purer Luxus.

Links:

http://standupclub.de/yoga-am-badeschiff/

www.yogiberlin.de

http://www.arena.berlin/veranstaltungsort/badeschiff/