Tipp 7: Was sind Proteine?

Vor allem in der Sport- und Fitnesswelt fällt das Wort Proteine ständig. Die meisten wissen, dass es sich bei Proteinen um etwas handelt, das den Muskeln in irgendeiner Form zugute kommt. Aber Proteine können noch viel mehr als den Muskel wachsen zu lassen.

Zu allererst sind Proteine einer der drei (bzw vier, wenn man Alkohol mitzählt) Makronährstoffe, aus denen unsere Nahrung besteht.

Funktionen von Proteinen

Dass Proteine „Muskelbausteine“ sind, ist allgemein bekannt, aber Proteine tun noch viel mehr:

Aufbau des Gewebes

Sie bauen nicht nur Muskeln auf, sie bauen auch so ziemlich alles andere in unserem Körper auf. Das Wort Kollagen hast du bestimmt schon aus der Kosmetikindustrie gehört.

Kollagen ist ein Strukturprotein, das für den Aufbau von Haut, Bindegewebe, Knochen, Knorpel, Sehnen und Bänder verantwortlich ist. Es ist das am häufigsten in unserem Körper vorkommende Protein und hat somit eine enorme Wichtigkeit. Auch Haare und Nägel bestehen aus Faserproteinen, dem Keratin.

Bewegung

Motorproteine (Myosine) und andere Strukturproteine (Aktine) sorgen für die Kontraktion von Muskeln, also für Bewegung.

Reaktionen im Körper

Proteine können Enzyme sein und diese spielen wiederum eine große Rolle bei verschiedensten Vorgängen im Körper. Sie sorgen dafür, dass biochemische Reaktionen beschleunigt oder überhaupt erst möglich gemacht werden. Enzyme werden auch als Biokatalysatoren bezeichnet und ohne Enzyme wären Stoffwechselvorgänge wie die Verdauung nicht möglich. Enzyme kann man sich wie Puzzleteile vorstellen. Bestimmte Enzyme sind immer für bestimmte Vorgänge zuständig.

Transport

Proteine transportieren körperwichtige Substanzen wie zum Beispiel Hämoglobin, das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist.

Schutz

Proteine schützen dich vor Krankheiten. Sie verteidigen dich gegen pathogene Mikroorganismen. Antikörper sind nichts anderes als Proteine.

Hormone

Viele Hormone werden aus Proteinen gebildet, beispielsweise Adrenalin, Insulin, das Wachstumshormon HGH sowie Schilddrüsenhormone.

Neben diesen Funktionen, können Proteine vom Körper als Energielieferant verwendet werden. Dies geschieht in Zeiten eines andauernden Energiemangels, in denen dem Gehirn zum Beispiel keine Glukose durch die Zufuhr von Kohlenhydraten zur Verfügung gestellt werden kann. Hier tritt dann der Vorgang namens Gluconeogenese ein, bei dem Aminosäuren aus dem Gewebe abgespalten und durch einen biochemischen Prozess dann Glukose hergestellt wird.

Was sind Aminosäuren?

Ein Protein besteht aus unterschiedlichen aneinander gereihten Aminosäuren. Diese  bestimmen die Struktur und die Funktion des jeweiligen Proteins.

Aminosäuren lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Die essentiellen und die semi-essentiellen.

essentielle Aminosäuren

Valin, Methionin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin, Histidin  und Lysin

semi-essentielle Aminosäuren

Alanin, Arginin, Asparagin, Asparaginsäure, Cystein, Glutamin, Glutaminsäure ,Glycin,  Prolin, Serin und Tyrosin 

Die essentiellen Aminosäuren müssen über unsere Nahrung zugeführt werden, weil unser Körper nicht in der Lage ist diese selbst herzustellen. Die semi-essentiellen wiederum können aus den essentiellen Aminosäuren synthetisiert werden und müssen nur in bestimmten Situationen via Nahrung zugeführt werden. Hierzu zählen Wachstum und schwere Verletzungen.

Aminosäurepool

Der Aminosäurepool ist ein Vorrat von Aminosäuren, den unser Körper im Blut speichert. Er gewährleistet, dass immer ausreichend Aminosäuren zur Verfügung stehen, zum Beispiel bei muskulärer Belastung.

Voraussetzung ist natürlich, dass man regelmäßig eiweißhaltige Nahrung konsumiert.

Jetzt weißt du woraus Proteine bestehen und welche Funktionen sie erfüllen. Wie du siehst, sind sie keineswegs nur für Sportler von Bedeutung, sondern für jeden Menschen, der gerne existieren möchte. Wie viel Proteine du nun zu dir nehmen solltest und was du dabei beachten musst, werde ich dir im Laufe dieser #glücklichundfit Reihe in einem weiteren Tipp beantworten.