Regina’s Restart: Woche 4

Letzte Woche habe ich keinen Regina’s Restart geschrieben und auch bei den Kasachstan Beiträgen fehlen zwei. Diejenigen von euch, die mir auf Instagram folgen oder sich meine Mini-Podcasts anhören ahnen wahrscheinlich warum. Letzten Mittwoch sah der Dialog mit meiner Augenärztin, bei der ich zur Nachkontrolle meiner Netzhaut war, so aus:

„Darf ich wieder Sport machen?“
„Ja, vorsichtig.“
„Auch Kraftsport?“
„So richtig?“
„Ja“
„Nein, lieber nicht.“
„Okay, wann darf ich wieder?“
„Lieber gar nicht, es gibt auch andere schöne Sportarten.“

Klar, es gibt auch coole Hunde, aber ich will meinen Kater trotzdem behalten. Natürlich ist mir bewusst, dass sie keine Ahnung hat wieviel mir am Kraftsport liegt. Aber so etwas gesagt zu bekommen ist im ersten Moment schon hart. Im zweiten auch noch. Auf jeden Fall war ich ziemlich traurig und die Negativspirale begann mich in ihren Bann zu ziehen. Ein negativer Gedanke nach dem anderen, gefolgt von miesen Gefühlen und der Frage danach was das alles soll.

Donnerstag hat sich das auch nicht gebessert, wobei ich zumindest angefangen habe nach konstruktiven Lösungen zu schauen. Ich habe Leuten geschrieben, von denen ich dachte, dass sie mir weiterhelfen können. Unter anderem einem Professor, der an einem sehr spannenden Projekt, das mit Kurzsichtigkeit zu tun hat, mitarbeitet. Freitag musste ich mir wirklich sagen, dass es besser wird und dass ich irgendeine Lösung finde. Langsam ging es mir besser, je mehr positive Gedanken ich formulieren konnte.

Samstag hat sich das fortgesetzt und Sonntag Morgen ging es mir wieder gut. Ich hab’s geschafft mich aus dem Strudel des Selbstmitleids und Bedauerns herauszuziehen und freute mich auf das Frühstück im wundervollen Café Honigbiene in Schöneberg, von dem ich euch ganz sicher noch mehr erzählen werde. Dort kam ich dann auch total in Weihnachtsstimmung, in Paderborn hat es geschneit und ich habe tolle Bilder von meiner Familie und einem Schneemann bekommen.

Ich saß also in diesem traumhaft gemütlichen Café, war einfach nur glücklich und plötzlich bekomme ich eine Antwort von dem Professor. Selbstverständlich hat er keine Ferndiagnose oder ähnliches erstellt, sondern mir nur allgemeine Infos zu der Thematik gegeben. Aber jetzt verstehe ich endich worum es geht. Nämlich um den Blutdruck, der den Augeninnendruck erhöht, die wiederum die Druck- bzw Zugkraft auf die Netzhaut erhöht. Beim Kraftsport kann dieser innerhalb von Sekunden in die Höhe schießen und den Blutstau im Kopf erhöhen.

Mit diesem Wissen kann ich endlich mit meinem Gehirn erarbeiten, wie ich mich hinsichtlich Sport zu verhalten habe.

Zum einen werde ich Cardio in meinen Plan einbauen, denn Laufen senkt langfristig den Blutdruck. Das kann definitiv hilfreich sein. Zum anderen werde ich nur ganz langsam mit Kraftsport anfangen, so dass mein Blutdruck nicht in die Höhe schießt, sondern sich mein Körper langsam an die Anstrengung gewöhnt.

Also muss ich den Kraftsport nicht aufgeben, ich muss mich nur damit abfinden, dass mein größtes Vorbild nun eine Schildkröte ist: langsam, beständig und stark.

Und in diesem Sinne wünsche euch noch einen wunderschönen Nikolaus Tag!